Schlaf
Schlafapnoe: Der unterschätzte Grund für Tagesmüdigkeit
Schnarchen gilt als Kavaliersdelikt. Aber Schnarchen plus Atemaussetzer plus Tagesmüdigkeit — das ist ein Muster, das man ernst nehmen sollte.
Was nachts passiert
Bei der obstruktiven Schlafapnoe erschlafft die Zunge und die Rachenmuskulatur, die Atemwege verschließen sich kurzzeitig. Der Sauerstoffspiegel sinkt, der Blutdruck steigt, der Körper startet einen Weckruf — meist unbemerkt. Geschieht das 20, 40, 100 Mal pro Nacht, bleibt kein erholsamer Schlaf übrig.
Die Folgen sind keine Kleinigkeit
- Arterielle Hypertonie — nächtliche Atemaussetzer gelten als eigenständiger Risikofaktor
- Erhöhtes Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und Vorhofflimmern
- Mikroschlaf am Steuer, Konzentrationsstörungen, depressive Verstimmung
Diagnostik im eigenen Bett
Für die Abklärung muss niemand ins Schlaflabor: Mit der ambulanten Polygraphie messen wir eine Nacht lang Atemfluss, Sauerstoffsättigung, Schnarchgeräusche, Körperlage und Puls — diskret, in Ihrer gewohnten Umgebung. Ergänzend zeigt die 24-Stunden-HRV, wie stark Ihr Nervensystem nachts in den Stressmodus kippt.
Wenn die Diagnose steht
Die Bandbreite der Behandlung reicht von Lage- und Lebensstilmassnahmen über individuelle Zahnschienen bis zur nächtlichen Atemdrucktherapie. Wichtig ist der erste Schritt: wissen, was nachts passiert. Denn was man misst, kann man behandeln — und Tagesmüdigkeit ist kein Schicksal.